Was sind „vegane“ Weine? Ist Wein nicht per se vegan, da er aus Trauben gewonnen wird?

 

Weinglas mit Moselwein

Den meisten Weinkonsumenten ist nicht bekannt, was außer Trauben weiter noch in dem jahrtausendealten Kultgetränk Wein steckt. Ähnlich ahnen auch Biertrinker nicht, dass über 60 weitere Zusatzstoffe erlaubt sind, auch wenn ein Bier als „gebraut nach Deutschem Reinheitsgebot“ ausgewiesen ist.

Bei der Weinproduktion werden tierische Produkte häufig bei der Klärung und Filtration eingesetzt. Das aus Kuhmilch gewonnene Kasein wird zur Korrektur von Fehltönen (zum Beispiel „Essigstich“) verwendet und bindet Trübstoffe.

Albumin ist ein Wirkstoff, der in Hühnereiern enthalten ist. Bei der sogenannten Eiklarschönung wird der Gerbstoffgehalt vermindert. Dies lässt die Weine milder erscheinen. Tierische Gelatine oder Hausenblase (getrocknete Schwimmblase, benannt nach der Störart „Hausen“, oftmals aber auch von anderen Fischen) bindet alle gröberen Partikel und Trübstoffe im Wein und lässt sie zu Boden sinken. Dadurch wird die Filtration erleichtert. Das aus Hühnereiweiss gewonnene Enzym Lysozym kommt zum Einsatz, wenn ein unkontrollierter biologischer Säureabbau verhindert werden soll.

Lysozym, Albumin und Kasein können Allergien auslösen und müssen seit 2012 (im Gegensatz zu Gelatine und Hausenblase) ab einem Grenzwert von 0,25mg/l auf den Weinetiketten ausgewiesen werden.

Es geht jedoch – und das keinesfalls auf Kosten der Qualität – auch komplett ohne tierische Zusatzstoffe. Die vegane Weinwirtschaft verschont damit nicht nur Tiere, sondern macht Wein damit wesentlich appetitlicher.

Ein hervorragendes Mittel um Trübungen im Wein zu vermeiden ist Bentonit, das aus vulkanischer Asche gewonnene Mineralerde ist. Aktivkohle ist dazu geeignet, Geschmacks-, Farb- und Geruchsfehler zu beseitigen. Ein schonendes Verfahren zur Mostklärung ist die natürliche Sedimentation.

Viele Winzer und Top-Weingüter steigen mittlerweile auf die vegane Weinproduktion um, um so individuellere Weine herzustellen. Tierische Zusatzstoffe glätten die Weine oftmals zu sehr und beseitigen jegliche „Ecken und Kanten“.

 

Veganen Wein erkennen? Wie geht das?

 

Obwohl immer mehr Weinliebhaber – Veganer und Nicht-Veganer – gezielt nach veganen Weinen fragen, verschweigen viele vegan produzierende Winzer lieber, dass sie veganen Weine verkaufen. Sie befürchten, dass viele Kunden dahinter eine minderwertige Qualität vermuten.

Dieser Blog möchte euch köstliche Weine aus rein veganer Produktion vorstellen. Zunächst möchten wir euch die immense Vielfalt der veganen Weine der Region Mosel, Saar und Ruwer präsentieren.

In der Sendung „Volle Kanne“ erfahrt ihr mehr über Vegane Weine und Weinzusätze.

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